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Helfer in die Falle getappt

Tierschützer fangen verwilderte Katzen für Kastration

VON INGA HUSEMANN

 

Pech für die Katze, Glück für den Tierschützer | FOTO: MICHAEL MEYERDREES

 

Bünde. Sie werden gerufen, wenn es Probleme mit verwilderten Hauskatzen gibt. Sie fangen die Katzen mit Lebendfallen und lassen sie kastrieren. Sobald es draußen wärmer wird, starten die Mitarbeiter der Tierschutzvereine in OWL mit ihrer Arbeit. Einer von ihnen ist der Bünder Michael Meyerdrees.


"Alle Katzen wird man natürlich nie fangen können", bedauert Meyerdrees, 1. Vorsitzender von " Tiere in Not OWL". "Dazu fehlen einfach die Zeit und die Mitarbeiter." Tierschützer aus fünf weiteren Vereinen helfen mit beim "Katzenkastrationsprojekt", um die Vermehrung der Wildlinge einzudämmen. Seine erste Station ist ein Hof in Bünde, auf dem acht verwilderte Katzen leben. Dort ist Meyerdrees schon erfolgreich gewesen. Nur noch zwei Katzen müssen gefangen werden. "Die mit den weißen Pfoten", erklärt er.
Dabei sollen ihm die Falle, ein Kindertennisschläger aus Plastik, dicke Handschuhe und Katzenfutter helfen.

Auf dem Hof genießen die Katzen die warme Frühlingssonne. Als sie das Auto von Meyerdrees sehen, fliehen sie. "Die kennen mich schon", erklärt der Tierfreund. "Ich glaube, sie sehen mich als einen ihrer größten Feinde." Wenn er eine Katze gefangen habe, müsse er an dem Ort erst ein paar Tage Pause machen, stellt Meyerdrees fest, während er seine Falle aufstellt. Hinein kommt ein Napf mit Nassfutter. Zum Anlocken legt er eine Spur mit Trockenfutter. Dann zieht er eine kleine Dose aus seiner Jackentasche. "Jetzt kommt die Geheimwaffe", grinst er und verstreut grüne Krümel in der Falle, die aussehen wie Heu. " Das ist Katzenminze", erklärt Meyerdrees. "Der können sie nicht widerstehen."

Er versteckt sich hinter einer Hauswand und hofft, dass die richtige Katze in die Falle geht. "Wie beim Fischen. Man weiß vorher nicht, was man bekommt". Nach ein paar Minuten schleichen zwei mutige Tiere um den langen Metallkäfig herum. Mit dabei auch eine Katze mit weißen Pfoten. Nach zirka einer Stunde hat der Fänger Glück: Die Falle schließt sich und über den Hof hallt ein ärgerliches Mauzen.

Urheberin: die Katze mit den weißen Pfoten. Am Auto muss sie von der Falle in die Transportbox umsteigen. Dabei kommt der Tennisschläger zum Einsatz. Sobald die Katze in der Transportkiste sitzt, schiebt Meyerdrees den Schläger zwischen Falle und Kiste und hält ihn vor die Öffnung der Transportkiste, damit die Katze nicht entwischt. In der Tierarztpraxis von Friedhelm Hanke in Holsen hat sich Tierarzthelferin Karin Gerling schon dicke Handschuhe angezogen. Sie muss die verängstige Katze in der Transportkiste ruhig halten, während Hanke die Narkose setzt. "Sie würde sonst über Tische und Bänke gehen", erklärt Gerling.

Hanke ist einer der 11 Tierärzte in OWL, die das Projekt unterstützen. "Wir sind ein gutes Team. Jeder stellt sich ein bisschen auf die Arbeitszeiten des anderen ein. Daher klappt die Zusammenarbeit mit den Tierschützern sehr gut", bestätigt Hanke. Erst wenn die Katze schläft, wird sie aus der Kiste gehoben und für die 20-minütige OP vorbereitet, bei der dem Tier beide Eierstöcke entfernt werden. Nach der OP wird sie noch eine Tätowierung ins Ohr bekommen.

Meyerdrees’ nächste Station liegt in Spenge. Dort haben Anwohner dem Tierschutzverein verwilderte Katzen gemeldet. "Erst war es ja ganz niedlich, aber dann wurden es immer mehr", erklärt Sonja Tilch. Im Schutz der Hecke von Nachbar Ralph Hanssen wurden die fünf Katzen im Herbst geboren. "Sie haben sich genau die richtige Hecke ausgesucht. Wir sind absolute Tiernarren", lacht Petra Hansen. Und wieder baut Meyerdress seine Falle auf . . .

Quelle Neue Westfälische